Kreta auf eigene Faust mit Kind – Route, Tipps & die schönsten Stopps

Backpacking Alternative in Europa – Kreta Rundreise 2026

Individualreisen in Europa waren neu für uns. Wir wollten es versuchen und haben lange geplant, weil wir keine zwei Wochen in ein und demselben Hotel und damit örtlich eingeschränken Urlaub verbringen wollten. Wir wussten aber nicht, ob das ein guter Urlaub werden könnte.

Kurz – es war fantastisch und steht Backpacking in Asien in nichts nach. Wir haben uns selbst bewiesen, dass wir Reisenomaden und gerne unabhängig sind. Wir wollen viel erleben, besonders wenn es ein Mix aus Abenteuer und Entspannung ist und man gleichzeitig viel von dem Land sieht, welches man bereist. Wenn man die Kulinarik, die Menschen und die Natur selbst entdeckt verschwinden alle Annahmen oder Vorurteile und man ist begeistert von dem was man entdeckt. Jederzeit wieder. Genauso. Egal wo – auch in Europa, denn die Urlaubszeit fühlt sich länger an, als sie es tatsächlich war. Von welcher Reise kann man das schon behaupten?

Tag 1 bis 4 – Bali, Kreta

Wir kamen spät an, da der Flug verspätet war. Zuerst suchten wir unseren Mietwagenanbieter, welcher unter vielen direkt neben dem Flughafengelände zu finden war. Es verlief unkompliziert, aber aufgrund des Touristenansturmes dauerte es etwas. Der Wagen brachte uns und unser Gepäck zuverlässig über die ganze Insel, auch bei etwas holprigeren Straßen und beeindruckenden Steigungen.

Nachdem wir unser Hotel erreichten, suchten wir in verwinkelten Gassen bei Dunkelheit die Rezeption unseres Hotels. Dabei blieb mir nicht verborgen, wie schön es war. Ein Tunnel aus Pinkfarbenen Blüten, gesäumt von Steinhäusern und Terrassen und überall standen viele kleine Töpfe mit Pflanzen. Auch wenn die Beleuchtung etwas karg war, fanden wir unseren Weg zum Pool und dort wartete das Hotelpersonal schon auf uns. Leider haben wir das Abendessen verpasst, aber das hatten wir glücklicherweise vorhergesehen und haben uns bei einem auf dem Weg liegenden Supermarkt mit griechischen Köstlichkeiten eingedeckt, weshalb es ein wunderschöner erster Abend in warmer Luft und Wohlfühlambiente war.

Wir übernachteten im Stone Village Hotel. Es ist nichts für Menschen, die klare Linien, moderne Bäder oder Luxus suchen. Aber für alle die Natur, Garten und Authentizität suchen ist dies ein Paradies zum Ankommen. Man sollte natürlich wissen, dass auf ganz Kreta innerhalb kürzester Zeit eine Ameisenstraße auch in Innenräumen entsteht, wenn man auch nur kleine Krümel von Chips liegen lässt. Geckos sollte man schätzen, da sie Insekten fressen, u.a. Mücken. Wir liebten es genau aus diesen Gründen, weil es an Fernreisen von Asien erinnerte.

Ein Luxus den wir uns nur in dieser Station gönnten war Halbpension. Dennoch waren unsere Zimmer mit einer ausreichenden Küchenzeile, Esstisch und Zubehör ausgestattet. Allerdings war es wirklich schön am ersten Morgen einfach an das Buffet zu gehen und griechische Köstlichkeiten ohne Vorbereitung zu genießen. Oliven, Tomaten, Joghurt, selbstgemachte Marmeladen und vieles mehr. Dasselbe galt für das Abendessen. Mit ein wenig Skepsis schaute ich am ersten Abend das Angebot durch. Da nichts beschriftet war, war manches nicht gleich erkenntlich. Probieren lohnt sich: geschmacklich ausnahmslos nicht zu übertreffen.

Wir verbrachten Zeit am Pool. Relaxten und spielten mit Rice. Er hatte natürlich eine exorbitante Ladung seiner Lieblingsschleichtiere eingepackt und das war dann auch durchgehend Programm, wenn es nicht gerade Badeaction gab. Hinzu kamen willkommene Abwechslungen durch die hoteleigenen Tiere und natürlich gab es auch viel zu entdecken; wie zum Beispiel riesige Kakteen und Kaktusfeigen – die wir dann auch ernteten und aßen.

Ausflug zur Olivenölproduktion

Am zweiten Tag war trotz Protest von Rice ein Ausflug angesagt: 20 Minuten bis zur Olivenölproduktion Olive Mill Markakis. Wir sind unangemeldet losgefahren und trafen dennoch den Besitzer an. Dank google Übersetzer konnten wir ganze Unterhaltungen führen, jede unserer Fragen wurde geduldig beantwortet und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus – auch wenn unglücklicherweise die Produktion gerade nicht lief. Zu diesem Zeitpunkt wohl nirgendwo, da noch keine Erntezeit war. Uns wurde aber ein Video von der laufenden Produktion gezeigt und wir konnten uns alle Maschinen und Lagerfässer anschauen. Beeindruckend! Wir durften die Ölvariationen verkosten und kauften gut ein – eine gute Entscheidung!

Auch der Weg ist eine Erfahrung – durch einheimische Dörfer, nicht enden wollende Olivenhaine und lokale Wohngebiete zu fahren. Wir stellten einvernehmlich fest, dass sich Kreta in den letzten Jahren und zwei Jahrzehnten sehr verändert hat. Also – nix wie hin, wenn man noch ein wenig Ursprünglichkeit, inklusive der herzlichen Gastfreundschaft erleben möchte.

Am Nachmittag und am nächsten Tag ging es an den Strand von Bali.  Der Strand und die dazugehörige Promenade war wunderschön, aber leider etwas überlaufen und voll mit kostenpflichtigen Liegen. Der Tagespreis von 20 Euro für zwei Liegen und Schirm scheint aber inzwischen sogar günstig zu sein. Wir breiteten einfach unsere Strandlaken auf dem gut besuchten, aber liegefreien Teil des Strandes aus und brauchten sie kaum, denn die Zeit verbrachten wir hauptsächlich im Wasser. Rice feierte die Wellen und die Luftmatratze, mit der er auf den Wellen an den Strand ‚surfte‘. Mehr brauchte das Kind nicht, außer ein paar Snacks zwischendurch. Abends gab es ein paar Runden Kinder-Activity, was für alle ein Riesenspaß war, außer, dass Rice immernoch mehr Energie hatte als alle Erwachsenen zusammen. Trotz Sonne, pausenlosem Baden und einem langen Tag.

In dieser Hotelanlage gab es zusätzliche Abwechslung durch das Angebot von Tischtennis, Tischkicker und Billiard. Leider ist alles etwas in die Jahre gekommen, aber wir nutzen es dennoch und hatten viel Spaß – nicht zuletzt geht es auch darum, Rice zu beschäftigen, glücklich zu machen und immer das Beste aus allem zu machen.

Die Stimmung war drückend, fast traurig als der Tag der Weiterreise gekommen war und ich begann am Konzept der individuellen Rundreise in Europa zu zweifeln. Ohne weiteres hätten alle hier noch mehr Zeit verbringen können, aber die Neugier siegte. Ein paar letzte Fotos und wir machten Radio mit lokaler Musik im Mietwagen an. Das drehte die Stimmung prompt und brachte Partyfeeling ins Auto.

Tag 4 bis 7 – Falasarna, Kreta

Nach ca. 1 Stunde Fahrt auf super Straßen kamen wir nach Asprouliani, kurz vor Georgioupoli. Die Entscheidung, genau an der Vanilla Beach Bar einen Zwischenstopp zu machen war die Richtige. Ein herrlicher Ort. Für mich einer der beeindruckendsten Strände Kretas. Immer hohen Wellen, eine unvergleichbare Weitläufigkeit mit feinstem Sand und egal wohin man schaut, die Aussicht ist sensationell: Berge und tiefblaues Meer.

Die Vanilla Beach Bar sucht auch ihresgleichen und bot hervorragendes Mittagessen im Schatten und Rice bekam nicht genug von den super Mocktails. Über einen Platz am Strand muss man sich hier keine Sorgen machen – aber einen Sonnenschirm oder eine Strandmuschel sollte man dabeihaben, denn auch hier sind die Liegen teuer und Schatten findet man sonst nicht. Die Sonneneinstrahlung kann hier leicht unterschätzt werden, wegen des angenehmen Windes. Also Achtung vor Hitzestich und Sonnenbrand!

Dann ging die Fahrt für etwas mehr als eine Stunde weiter nach Falasarna zu den Fotini Traditional Villas – steile Serpentinenstraßen und wundervolle Ausblicke über das Land bis zum Meereshorizont begleiteten uns. Die freundliche Besitzerin schickte und schon vorab eine genaue Anfahrtsbeschreibung, die wir sonst sicher verpasst hätten. Alles war genau wie beschrieben. Nur viel besser. Wir fanden eine Luxusvilla vor, die wir nicht erwartet hatten. Ganz für uns. Eine Aussicht, die wie wir glaubten, nicht zu toppen sei. Die Ausstattung und liebevolle Einrichtung der Villa raubten uns den Atem. Rice hatte natürlich nur Augen für den Pool und sprang umgehend hinein – wie gut, dass er inzwischen so gut schwimmen kann. Die erste Selbstversorgerunterkunft und wir brauchten eigentlich nicht viel kaufen. Vom Salz, über die Marmelade bis zum Olivenöl war alles an Grundversorgung da. Uns begrüßte sogar eine kleine, edle Karaffe mit Raki. Jeden Tag kam eine sehr nette Servicekraft und erkundigte sich nach unserem Wohlergehen. Sie wusch sogar kostenfrei unsere Wäsche.

Dennoch fuhren zwei von uns direkt in den 5 Minuten entfernten Synka Supermarkt an der Hauptstraße. Wir kauften das Notwendige und mehr, denn diese Käsetheke lockte zu sehr. Wir konnten verkosten und kauften Käse direkt vom Block. Auch das Konzept Reis, Bohnen und Ähnliches mit Holzlöffel aus einem großen Fass zu kaufen kannte ich bisher nur aus außereuropäischen Ländern. Wir liebten es.

Wir kochten einfach, aber lecker und alle wurden satt – besonders Maurice feierte Spagetti mit Tomatensoße. Und dann kam der Sonnenuntergang über dem Meer. Vom Pool aus zu beobachten. Einzigartig. Die Feierstimmung, die gar nicht enden wollte, erinnerte so gar nicht an die Trübsinnigkeit vom Morgen und da wusste ich: das Konzept Individualreise in Europa funktioniert. Das Einzige, was ich da schon bereute: dass wir in dieser Unterkunft nur 3 statt 4 Nächte gebucht hatten.

Am nächsten Tag ging es zum Strand: bevor wir uns entschieden an welchen, fuhren wir am Falasarna Beach vorbei, wo wir direkt auf gebührenpflichtige Parkplätze gelotst wurden. Also ging es weiter bis zum Tiny Beach neben dem Restaurant Kapitän Nikolas. Wir entschieden uns aber für Praia de Livadi – genau in der Mitte mit kostenfreien Parkplätzen. Der Strand steht dem von Falasarna in nichts nach, es war ein grandioser Badetag.

Allerdings ließ der Wind nicht zu, die einfachen Sonnenschirme aufzustellen, sodass wir nur begrenzt Zeit am Strand verbachten, weil es keinen Schatten gab und wir für kurze Zeit keine Gebühr für Liegen und Schirm zahlen wollten. Demnach ging es am frühen Nachmittag zurück und wir machten Siesta.

Am Abend folgten wir der Empfehlung unserer Gastgeberin und fuhren in das 15 Minuten entfernte Gramboussa Restaurant. Schon der Eingangsbereich war beeindruckend und wir machten viele Fotos. Kaum eingetreten wurden wir an einen freien Tisch geleitet und ließen die Atmosphäre auf uns wirken. Eine neue Erkenntnis hatten wir was Wein betrifft: wir bestellten unwissentlich was es ist Retsina Hauswein, in Erwartung eines durchschnittlichen Rotweines. Allerdings ist Retsina etwas Besonderes, da dieser mit Harz versetzt ist und dementsprechend Lakritztöne, fast etwas korkig und sehr gewöhnungsbedürftig schmeckt. Wir tranken ihn, auch wenn er dem ungeübten Gaumen nicht ganz so mundet und es war die Erfahrung wert. Aber nocheinmal tranken wir ihn nicht.

Tipp: Teilen! Die Speisekarte machte es uns nicht leicht zu wählen, aber da wir der griechischen Kultur ausnahmslos folgten und alle Gerichte zum Teilen bestellten, war es etwas einfacher. Man kann so viel mehr probieren und kennenlernen!

Am zweiten Tag entschlossen wir uns am Straßenrand am südlichen Ende des Falasarna Beaches zu parken, so wie es auch die Einheimischen trotz Parkverbot tun und genossen den Beach zwischen Felsen, im türkisfarbenen Wasser und teils pinkem Sand. Für Rice war es ein besonderes Erlebnis, da die Felsen sogar eine lebensgroße Höhle verbargen und man klettern, entdecken und wunderbar im Wasser baden konnte. Er fand viele kleine Höhlen und Wasserlöcher für seine Schleichtiere und Rollenspiele waren Tagesprogramm. Leider störte ihn dann der Sand an den Füßen und das Salz auf der Haut, da es keine Dusche in der Nähe gab – ganz entgegengesetzt der Meinung, dass Sandstrände für Kinder immer das Beste seien – meistens sind es die natürlichen Gegebenheiten – wie die Felsen, in denen wir Minihöhlen und Wasserlöcher für Schleichtiere fanden – die Kinder am Meisten faszinieren. Es war ein erneuter wunderschöner Tag inklusive roter Sonne über dem Horizont und Poolparty im farblich wechselnd beleuchteten Pool bei Nacht.

Geübter als beim ersten Mal packten wir am nächsten Morgen ein. Lebensmittel hatten wir kaum mitzunehmen, da wir gut geplant und fast alles verbraucht haben.

Tag 7 bis 11 – Triopetra

Der Weg zum nächsten Ziel führte uns ein Stück zurück, sogar über die Vanilla Beach Bar. Wo wir erneut pausierten und genossen. Ja, wir hätten viele Optionen für einen neuen Zwischenstopp und neue Entdeckungen gehabt. Aber wir waren viel unterwegs, jeden Tag an einem anderen Strand und mit Rice war es entspannter an einem bereits bekannten Ort zu halten, zu Essen und zu Baden. Das bringt etwas Gelassenheit in ansonsten so erlebnisreiche Reisen.

Allerdings planten wir gut voraus und da es den Anschein machte, dass es in der Nähe der nächsten Unterkunft keinen Supermarkt gäbe, kauften wir noch ausgiebig ein. Jede Ritze des Kofferraumes wurde mit Lebensmitteln, Bier und Wein gefüllt und wir machten uns auf den Weg ins Landesinnere. Wie gut das war, erkannten wir erst später.

Endlose Gebirgsstraßen, die uns an der Richtigkeit von google maps zweifeln ließen, brachten uns nach einer gefühlten Ewigkeit in unsere neue Unterkunft Greco Levantes Villas. In die Einfahrt hinein, im Carport parken, perfekt. Außer, dass beim Öffnen der Türe klar wurde, was für ein starker Wind hier gerade fegte. Es war sonnig und heiß, aber der Wind war beängstigend, denn er erschwerte sogar das Laufen. Die Strommasten rund um das Haus schwankten verdächtig und wir waren froh, als wir und das Gepäck im Haus waren. Als Seglerin betrachtete ich die Aussicht und die Struktur des Wassers und war froh, an Land zu sein, denn die Windstärke maß sicherlich 8 Beaufort und es war der Meltemi.

All das konnte die Freude an der neuen Unterkunft nicht trüben. Ein Willkommen, welches seinesgleichen sucht. Alles an Grundversorgung war vorhanden: vom Kaffee bis hin zu frischen Eiern und Tomaten im Kühlschrank- vermutlich auch deshalb, weil der nächste Supermarkt eine halbe Stunde Autofahrt entfernt in Spili war. Die Villa war grandios. Jeder hatte sein eigenes Badezimmer und wir hatten sogar eine Geschirrspülmaschine in der Küche. Dazu kamen der unfassbare Garten und Poolbereich – exklusiv nur für uns. Die zweite Villa auf dem Gelände hatte ihren eigenen Bereich, der nicht weniger schön war. Wir konnten es nicht so recht fassen, auch nicht als wir erneut einen sensationellen Sonnenuntergang über dem Meer vom Balkon aus erlebten. Ein Ansprechpartner allerdings war nur online erreichbar – aber mehr brauchten wir auch nicht.

In der Nacht heulte der Wind und am Morgen wurde es kaum besser. Dennoch liefen wir zum Little Triopetra Beach, der nur 600 Meter vom Haus entfernt zu unseren Füßen lag – in der Annahme, dass es zu windig sei um am Strand liegen oder baden zu können. Wie man sich täuschen kann! Die geschützte Bucht mit wunderschönen Tavernas lud zum Verweilen ein und die Taverna Apanemia offerierte sogar kostenfreie Liegen für die Gäste der Taverna. Natürlich bestellten wir uns direkt Bier und frisch gepressten O-Saft an die Liegen. Vom Wind war kaum mehr etwas zu spüren. Das Wasser: glasklar und warm. Und der Strand feinkieselig. Rice war begeistert: kein Sand an den Füßen und mit der Dusche nebendran war es perfekt. Auch das kulinarische Angebot der Taverna ist sehr zu empfehlen.

Ausflug nach Spili

Nachmittags fuhren wir eine halbe Stunde lang nach Spili , einem wunderschönen Ort inmitten der kretischen Berge. Es gibt jede Menge Souvenirshops, gut sortierte Supermärkte (wo wir uns für den Rest der Zeit eindeckten) und himmlische Tavernen und Bars. Wir liefen umher, shoppten und gönnten uns ein ausgiebiges Abendessen in der Platia Taverna für unerwartete 50 Euro für 5 Personen. Wo bekommt man noch solche Preise für wirklich gutes Essen und dazu sehr leckeren Wein!? Spili ist eine uneingeschränkte Empfehlung und mehr als einen Besuch wert. Der Wasserbrunnen im Ortzentrum führt Trinkwasser, sodass Einheimische ihre Wasserspender und Vorräte hier auffüllen. Eine Szenerie, die sehenswert ist – original und authentisch. Hinzu kommt, dass man angeblich über 100 Jahre alt wird, wenn man von diesem Wasser trinkt. Ich hätte mir wohl besser auch ein paar Flaschen auffüllen sollen😊!

Ausflug zum Palmenstrand Paralia Preveli

Am nächsten Tag war der Wind wie weggeblasen und da merkten wir, wie heiß es wirklich war. Wir hatten einen Ausflug zum Paralia Preveli – dem Palmenstrand von Kreta – geplant. Relativ früh dort angekommen, merkten wir, dass es kein Fußweg, sondern eine Klettertour war, um den Strand zu erreichen. Wir ließen uns Zeit und genossen die Aussicht über Meer, Fluss und Steilhänge.

Dort angekommen, fanden wir den Palmenwald vor, aber verbrannt, aufgrund der schlimmen Waldbrände in diesem Jahr. Schwarze Stämme, verkohlte Überreste der ehemals gediehenen Pflanzenwelt. Schockierend, aber man konnte sich die Schönheit vorstellen. Wir blieben gern an einem der vielfältigen Schattenplätze und auch hier war das Meer einladend schön zum Baden und der Fluss zum Abspülen. Schließlich ging es bei großer Hitze wieder zurück über die Felsen.

Wir konnten abends in fantastischer Umgebung draußen im Garten/Poolbereich zu Abend essen – selbstgekocht. Es gab natürlich auch viel Planschen und sogar Baden bei Nacht, nachdem wir den Sonnenuntergang passend zu unserer lauten Musik – denn hier störte das ja niemand – tanzend und lachend genießen konnten. 

Den letzten Tag verbrachten wir abermals am Strand zu unseren Füßen, relaxten und genossen die griechische Kulinarik in der Taverna Apanemia. Dieses Mal bestellten wir eine ausgiebige Auswahl der Vorspeisen – auch wieder zum Teilen – und danach die typischen Desserts! Ein Gaumenschmaus! Auch außerhalb der Taverne genossen wir lokale Köstlichkeiten – die Kaktusfeigen.

So beängstigend der Wind am Anfang war, soviel Spaß brachte er gegen Ende: wir lehnten uns mit unseren Körpern dagegen ohne umzufallen und hielten die Rollkoffer fest, denn Rice schaffte es nicht. Man gewöhnt sich an alles und man sollte keinem Ort Bewertungsabzug geben, weil die Natur nunmal Wind, Regen oder ähnliches bereithält. Der Abschied war erneut schwer, aber man wird ja geübter und wir waren schon bald gespannt was uns als nächstes erwarten würde. Und dann ging es weiter, Richtung Osten.

Tag 11 bis 15 – Istro, Kreta

Unsere Tour führte uns zurück zur Nordküste, zu den breiteren, gut ausgebauten Straßen. Am Strand von Malia machten wir Pause. Eine endlose Straße von Tavernen und Souvenirshops begrüßte uns, genau wie der mit Liegen gepflasterte, schmale Strand. Wir fanden dennoch ein Plätzchen und Rice verhielt sich wieder wie ein Fisch in den hohen Wellen. Die Masse an Touristen, Liegen und Bars erdrückte uns dennoch etwas und wir kamen einvernehmlich zu dem Schluss, dass dieser Ort nicht für uns gemacht sei.

Dementsprechend liebten wir die vielversprechende Aussicht auf Natur und Buchten, als wir unsere letzte Unterkunft erreichten. Ein steiler Weg führte uns in eine enge Einfahrt der Kouenos Appartments. Erst durch die Hilfe anderer Gäste erkannten wir, dass die zu unserer Buchung gehörenden Zimmernummern an der Einfahrt im Schaukasten hingen. Die Schlüssel steckten. Wir öffneten feierlich die erste Zimmertür und es verschlug uns den Atem. Das Zimmer verblasste vor der Aussicht durch die Balkontürscheiben. Azurblaues Meer, Türkisfarbene Buchten, Gebirgslandschaft übersät mit Oliven- und Zirbenbäumen. Wir teilten uns auf in die Maisonette-Wohnung und die Suite, die beide ihre Vor- und Nachteile hatten. Wir lösten dies, indem wir in der einen frühstückten und in der anderen die Abendstunden genossen. Insgesamt ist die Anlage leider etwas in die Jahre gekommen und bräuchte etwas Aufmerksamkeit, aber diese Aussicht, wie auch der Pool machen das mehr als gut. Etwas später kam der Besitzer und begrüßte uns sehr herzlich; ein älterer, zuvorkommender Mann, der auch Rice gleich ins Herz schloss. Nachdem wir noch den überaus großen und sauberen Pool mit Aussicht testeten, war es Zeit fürs Abendessen. Unten in der Ortschaft gibt es genug Auswahlmöglichkeiten, aber wir entschieden uns für die Traditionelle Taverne Zygos, welches sich als hervorragende Wahl herausstellte.

Am nächsten Tag ging es zum Strand Paralia Voulisma. Laut Angaben des Besitzers, gab es auf dem direkt am Strand liegenden, in seien Besitz befindlichen Grundstück, Liegen kostenfrei und exklusiv für Gäste des Hotels. Ein wunderbarer Platz Erde, unbezahlbar, schätze ich. Leider zeigte sich das Bild der Vernachlässigung hier sehr stark. Zweckmäßig war es aber dennoch, wenn man etwas Schatten suchte. Denn ein Paar Liegen mit Schirm der benachbarten Anlage, kosteten 40Euro plus 30Euro Mindestkonsum. Ganz schön happig. Wir erkundeten den Strand. Feiner, goldgelber, fast weißer Sand, der von unförmigen, aber doch schön anmutenden Felsen im flach abfallenden, türkisfarbenen Wasser geziert wurde. Beeindruckend und sehr zu empfehlen. Außerdem versuchte Rice sich im Schnorcheln und war erfolgreich: bunte, flache, runde Fische, ein paar gelbe Seewürmer, Anemonen und mehr gab es zu beobachten.

Abends kochten wir unter etwas erschwerten Bedingungen im Hotel und fuhren dann in dieselbe Taverna für ein paar Getränke. Der Grund war, dass Livemusik angekündigt war. Nach längerer Wartezeit wurden wir belohnt. Echt griechische Musik, Tanz und gekrönt wurde alles von einem Sirtaki, bei dem sehr viele mitmachten. Rice kam zudem in den Genuss, bei der Sängerin mitsingen zu dürfen und tanzte ausgiebig und ausgelassen. Wunderschön!

Ausflug nach Agios Nicolaos

Am zweiten Tag verbrachten wir den Vormittag am Pool, um nachmittags nach Agios Nikolaos fahren zu können. Alte Erinnerungen kamen hoch als wir um den Fischerhafen in der Stadtmitte liefen und ein paar schöne Familienfotos machten. Danach ging es in die Souvenirläden, wo inklusive Rice sich alle etwas Schönes kauften. Ein paar Geschenke waren auch dabei.

Und da brach auch schon der Letzte Tag für uns an. Auch diesen verbrachten wir wieder am Strand, dieselbe Stelle, derselbe Ablauf. Ein paar Snacks und ein Bierchen zwischendurch. Baden, Schnorcheln, Sandburg bauen. Und nochmal das Wasser genießen, wir wollten einfach nicht so recht zurück ins Hotel, obwohl die Hitze und die Sonne aus uns fast Bratwürste machten. Auch am Pool verbrachten wir noch viel Zeit. Gepackt war recht schnell und wir fuhren ein letztes Mal in eine Taverna, um uns verwöhnen zu lassen. Dieses Mal MamaLoukia & Lotzeta und auch hier geben wir eine uneingeschränkte Empfehlung ab. Da der Urlaub einfach schwer zu beenden ist, wurde der Abend lang und flüssig.

Der Morgen war dafür zu früh und die Fahrt zum Flughafen hart. Nachdem die Mietwagenübergabe ohne Probleme geklappt hat, realisierten wir, dass unser Flug 2 Stunden verspätet war. So mussten wir letztendlich viele Stunden am Flughafen warten. Tipp: eine gute Entscheidung war, draußen auf einer Bankgruppe unter Bäumen im Schatten zu warten. Da konnte Maurice noch herumrennen und spielen. Denn als wir letztendlich am Gate waren, fühlte man sich wie in einer Sardinenbüchse. Es war sehr voll, die Luft verbraucht, laut und heiß.

Dementsprechend glücklich waren wir, als wir endlich im Flieger saßen und ein wenig schlafen konnten.

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