Unser 14-tägiger Segeltörn in Kroatien
Šibenic ist hervorragender Ausgangspunkt für einen Segeltörn in die Kornaten und darüber hinaus. Wundervolle Buchten, türkisfarbenes, kristallklares Wasser, Sandstrände, Nationalparks und schöne Altstädte sind von hier aus erreichbar. Ein Gebiet, welches man ein zweites Mal besegeln kann, ohne jeden schönen Ort gesehen zu haben. Die Abwechslung zwischen einsamer Natur und touristisch beliebten Ortschaften ermöglicht, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Auch die kleinen Mitfahrer kommen nicht zu kurz bei diesen Alternativen. Segler kommen auf ihre Kosten durch gute Windbedingungen und genügend Auswahlmöglichkeiten, Schutz zu suchen. Alles in allem – ein sehr zu empfehlendes Revier.
Tag 1 – Ankunft in Šibenic
Nach einer entspannten Nacht im Flughafenhotel Baden Airpark und einer sehr frühen Abreise, kommen wir dank bereits organisiertem Transport in der Marina Mandalina in Šibenic an. Nach Kaffee dürstend und doch gespannt auf das, was uns erwarten würde brachten wir unser Gepäck vor das Office von Croatia Yachting. Wir wurden herzlich begrüßt und gleich eingecheckt. Nichtsdestotrotz verbrachten wir aufgrund der frühen Ankunftszeit viel Zeit mit Warten.

Abwechslung brachte der Hotelpool in der Nähe, welcher fußläufig erreichbar ist – mit kleinen Kindern aber ein Buggy oder Bollerwagen zu empfehlen wäre. Als es endlich soweit war, die Bootsübergabe zu machen, war der zweite Teil der Crew bereits einkaufen – Proviant, der möglichst lange halten sollte.
Dank guter Organisation war alles sehr schnell und problemlos verstaut, sodass wir den ersten Abend im Hafen genießen konnten.
Fazit: ein schöner Hafen mit guter Infrastruktur, viel Platz und ein guter Ausgangspunkt in viele Richtungen.
Tag 2 – Leinen Los und auf nach Primošten
Die Crew ist eingewiesen, das Gepäck verstaut, das Boot segelklar. Zur Mittagszeit laufen wir aus. Zunächst geht es durch den herrlichen Kanal angefangen im Binnensee, vorbei an der Altstadt von Šibenic und zum Schluss der St.Nikolaus-Festung, hinaus aufs Meer. Unzählige kleine, türkisfarbene Buchten ziehen an uns vorbei, die sich hervorragend zum Ankern eignen. Nachdem wir uns mit dem Radeffekt des Bootes vertraut gemacht haben, setzen wir Segel. Unser Ziel ist Primošten. Fast direkter Kurs. Wir funken den Hafenmeister kurz vor dem Hafen an, aber es geht niemand dran. Deshalb fahren wir aufgrund des Tiefgangs rückwärts an und bekommen den vorletzten Platz am Steg. Wir wollen einen Platz mit Strom und Wasser, damit wir in den kommenden Tagen ankern können. Alternativ gäbe es auch genug Bojenplätze vor dem Hafen. Nach dem ersten Anleger gehen wir am Strand direkt hinter der Hafenmauer baden. Später erkunden wir die Stadt, gehen in dem sehr zu empfehlenden kleinen Lokal Girica essen – Shrimps, Jakobsmuscheln, Salat und mehr – und machen einen langen Abendspaziergang Rund um die Stadt. Am nächsten Morgen kaufen wir Fisch und Obst auf dem Markt, verbunden mit einem herrlichen Spaziergang entlang der Altstadt, bevor wir ablegen.
Fazit – mit Abstand die schönste Stadt und der schönste Hafen unserer Tour.








Tag 3 – Perfekter Segelwind, offenes Meer und die erste Ankerbucht auf Žirje
Wir haben eine beträchtliche Strecke vor uns, deshalb legen wir verhältnismäßig früh ab. Aus dem Hafen raus, weht ein kräftiger, stetiger Wind, der den Segeltag perfekt macht. Am-Wind-Kurs und viel Aktivität. Die unerfahrenen Crewmitglieder lernen Wenden zu fahren und haben viel Spaß. Aber nach einigen Stunden ist Schluss. Wir und vor allem Rice will ankommen, Baden und Abwechslung. Also motoren wir direkt auf Žirje zu, statt bis in die Kornaten zu kommen und suchen uns die nördlich gelegene, vor Norwest und Nordost gut geschütze Bucht mit Bojenfeld aus. Die Übernachtungsgebühr an der Boje liegt bei Rund 50 Euro. Die Bucht ist wunderschön, die Bojen weit genug auseinanderliegend, um Nachbarn nicht als störend zu empfinden. Leider müssen wir hier feststellen, dass unser Außenborder zwar läuft, aber die Schraube nicht dreht, sodass die Vorfreude Dinghy zu fahren getrübt ist. Für Rice eine schlimme Erkenntnis. Wie gut, dass Werkzeug an Bord war, wir auch Welches dabei hatten und genug technisch versierte Könner an Bord waren, die die Schraube provisorisch reparieren konnten und es so ein Happy-End gab.
Nachdem die Fische, die wir morgens in Primošten kauften endlich ausgenommen und zubereitet waren, fahren wir mit Dinghy und repariertem Außenborder an Land. Ein ausgiebiger Spaziergang bis auf die andere Seite der Insel, um dort den Sonnenuntergang zu sehen, rundet den Tag ab.
Fazit: Uneingeschränkte Empfehlung diese Bucht zu besuchen. Perfekt als Stopp zwischen den Kornaten und der Region rund um Primošten.




Tag 4 – Mit ‚Am Wind Kurs‘ Richtung Kornaten – Ziel Otok Kornat
Morgens lassen wir uns Zeit, da am Vorabend viel Zeit für die Reparatur des Außenborders verbraucht wurde. Wir finden Seesterne, die Seeigel fressen. Eine Schnorchelbrille wird nicht benötigt bei dem klaren Wasser.

Entsprechend des Wunsches der Crew segeln wir weit auf das Meer raus. Wieder ‚Am Wind‘ und mit viel Krängung. Ziel ist es diesmal weit genug in die Kornaten zu kommen, um spätestens am Donnerstag Zadar erreichen zu können – ein Wunschziel der Crew. Wir kreuzen zweimal weit raus und erledigen den Rest per Motor. Diesmal wollen wir ankern und finden eine wunderschöne Bucht auf Otok Kornat. Aufgrund des flachen Wassers und des starken Windes fällt es uns etwas schwer die passende Stelle zu finden, aber beim zweiten Anlauf sind wir sehr zufrieden. Kaum liegt ein Segler in einer Bucht, kommen mehr dazu. Diesmal haben wir den Anfang gemacht.
Wieder versorgen wir uns selbst und erkunden anschließend das Land. Wir finden einen Maulbeerbaum mit weißen, reifen Früchten. Süß und lecker! Wir bewundern die paar Häuser und den kleinen Fischerhafen und fragen uns ob da noch Leben ist.
Fazit: für Naturliebhaber – idyllisch, ruhig und perfekt, um abzuschalten.
TAG 5 – Durch Meerenge und Inselwelt nach Ugljan

Am nächsten Tag motoren wir mehr. Denn es ist aufmerksames Navigieren zwischen gefühlten hunderten von Inseln und trügerischen Untiefen gefragt. Durch die Meeresenge nördlich von Otok Katina herrscht reger Verkehr und es sollte nicht mehr als ein Boot durch die engste Stelle fahren. Herrlich türkisfarbenes Wasser, in Naturstein gebaute Häuschen und in die Natur eingebettete Restaurants am Rande der Inseln lassen uns staunen über die Schönheit dieser Region. Tatsächlich löst sich ein wenig Spannung als die Logge wieder steigende Tiefe anzeigt. Dann geht es per Segel Richtung Norden. Immernoch ‚Am Wind‘.
Wir wollen ein drittes Mal ankern, da unsere Batterien noch ausreichend geladen und unser Wassertank noch 70% voll ist. Das ist natürlich auch der sparsamen ‚Dusche im Meer‘ zu verdanken: Reinspringen – Abseifen – Reinspringen – mit der Außendusche abspülen. Sehr zu empfehlen.
Wir brauchen aber Trinkwasser. Ein kleines Lebensmittelgeschäft wäre generell nicht schlecht. Also steuern wir die Bucht vor einem Campingplatz mit kleinem Geschäft an. Leider ist in dieser Bucht Ankerverbot, was nur vor Ort ersichtlich ist, durch ein groß aufgestelltes Schild mit umgekehrtem Anker. Dementsprechend laufen wir die nächste Bucht an, die in fußläufiger Entfernung liegt. Auch im Ort gibt es einen Supermarkt, der allerdings nur für Klinikbesucher ist – mit etwas Verhandlungsgeschick duldet man unseren kleinen Einkauf letztendlich kommentarlos. Es ist nicht der idyllischste Ankerplatz, aber der Strand des Campingplatzes, den wir auch per SUP erreichen, ist wirklich schön. Schatten, Steinstrand, klares Wasser und viel zu entdecken.
Leider verpassen wir hier, ein Lagerfeuer an der ausgewiesenen Stelle zu machen – das hätte diese Bucht zu etwas sehr Besonderem gemacht, denn später fanden wir keine geeignete Stelle mehr.
Fazit: Wenn man nicht auf Einkaufsmöglichkeiten angewiesen ist oder gern Lagerfeuer macht, lieber zwei oder drei Buchten südlicher ankern oder die nächstgelegene nördlich, die bei unserer Passage himmlisch aussah.





Tag 6 – Wir laufen in die Marina Zadar ein
Wir haben unsere Routine gefunden und starten entspannt. Erst einmal durch die kleinen Inseln durchnavigieren und dann Segel setzen. Neu für alle: Raumwindkurs. Nach all der Action legen sich einige vorne auf den Bug, um zu entspannen – ohne Risiko möglich an dem Tag. Dann erwartet uns viel Verkehr vor Zadar und eine kaum sichtbare Hafeneinfahrt. Nicht zu empfehlen wäre ein Besuch am Freitag oder Samstag, weil alle Charterboote zurückkehren und es kaum oder keine freien Plätze gäbe; ohne von dem entsprechenden Verkehr und der Unruhe im Hafen sprechen zu wollen.
Schließlich trauen wir uns rückwärts in die enge und zugeparkte Gasse einzufahren, auf der Suche nach dem Hafenmeister, der vorher telefonisch gut zu erreichen war. Dieser leitet uns samt Mitarbeitern direkt an und sie sind außergewöhnlich freundlich und hilfsbereit. Allerdings haben wir von einem Hafen in der Nähe der Altstadt etwas anderes erwartet. Heruntergekommene Plattenbauten. Boote bei denen man sich wundert, dass sie noch schwimmen. Straße und Verkehr. Nichts von einer Altstadtschönheit direkt am Hafen – ähnlich derer in der Kvarner Bucht, in Italien o.ä. Dennoch machen wir das Beste daraus. Eine Bademöglichkeit wäre natürlich ein Traum.
Wir ziehen los, um die Altstadt Zadar zu erkunden, samt berühmter Meeresorgel. Das Essen im Restaurant Gisele war ein Highlight! Wir treffen Freunde und lassen es uns bei Eiscreme und schönen Gesprächen gut gehen. Die Stadt hat ihre schönen Momente, ist aber vergleichsweise keine Empfehlung von uns. Denn nachdem alle größeren Einkäufe erledigt waren, per Taxi in den Hafen gefahren und unser Proviant wieder aufgefüllt war, sind alle froh, dass es morgen früh gleich weitergeht.
Fazit: Wenn nochmal Zadar, dann eher der Yachthafen weiter draußen mit Bademöglichkeit und evtl per Taxi in die Stadt. Dennoch würden wir kein zweites Mal zurückkehren.




Tag 7 – Segel gesetzt in Richtung Dugi Otok – Marina Veli Rat

Der nächste Morgen beginnt entspannt für alle, die länger schlafen wollen. Ich und Rice hingegen, pilgern in die Altstadt. Denn das Kind ist früh auf und in einem Stadthafen ergeben sich nicht viele andere Möglichkeiten die morgendlichen Stunden zu nutzen. Wir suchen eine Eisdiele, die zu dieser Uhrzeit offen hat und werden fündig. Auch ich komme zu einem Kaffee – direkt aus der Siebträgermaschine, den ich sehr genieße. Rice genießt Mama-Sohn-Zeit. Wir kaufen auch noch ein Souvenir, einige leckere Teilchen aus der Bäckerei für die Crew und sind zurück als alle gefrühstückt haben und der Abwasch erledigt ist. Danach diskutieren wir das Ablegemanöver zusammen mit unserem Bootsnachbarn, da die Gasse sehr eng ist und wir weder auf dem Anker gegenüber noch in der Mooring unseres Nachbarn enden wollen. Gesagt, getan, mit einem schönen Trick sich um die vordere Klampe des Nachbarn per Leine zu drehen, kommen wir perfekt aus dem engen Hafen und Tanken danach noch, da wir nicht sicher sind, ob die Anzeige funktioniert. Hier hingegen kämpfen wir beim Ablegen, weil sich die Bugleine in einem verrosteten Pöller verklemmt hat. Durch gute Kommunikation und schnelles Handeln ist die Situation unter Kontrolle und wir laufen gelassen aus.
Ziel ist die Marina Veli Rat. Achtung bei der Ansteuerung auf Untiefen. Vorbei an einigen Ankernden, laufen wir in den großzügigen Hafen ein, wo der freundliche Hafenmeister bereits auf uns wartet. Die Ortschaft ist klein und der Supermarkt hat eher die Größe eines Abstellraumes, aber ein Eis am Stiel gab es für Rice. Die Stimmung in der Nähe des Hafens ist gut. Einheimische sitzen auf Bänken, führen Gespräche und trinken Bier. Zurück am Boot haben wir freie Sicht auf die Bucht, den Sonnenuntergang und außer uns ist kaum jemand da. Wir haben den Steg für uns und nutzen diesen in den Abendstunden für ausgiebiges Tanzen bei lauter Musik.
Fazit: lokal, authentisch, sehenswert und naturnah. Freundlicher Empfang und ein schöner Hafen, der eine Empfehlung verdient.







Tag 8 – Kurzer Schlag ins Paradies – Bucht Sukošan
Der Hafen Veli Rat enttäuscht auch nicht bei anderem Service. Hervorragende Waschräume, Waschmaschinen und Trockner, die allerdings ihren Preis haben. Dennoch ist es nach einer Woche notwendig, diesen Service in Anspruch zu nehmen. Deshalb lassen wir uns morgens Zeit, bis zwei Wäschen fertig sind. Ausgestattet mit frischen Handtüchern machen wir uns auf in Richtung Sukošan Bucht.
Zunächst ankern wir hinter dem Bojenfeld, aber das ist sehr weit draußen. Um im türkisfarbenen Wasser zu sein, muss man eine Boje nehmen und so suchen wir uns auf Wunsch der Crew eine. Allerdings ist die Boje für uns kostenfrei. An Land erfahren wir warum: Der Besitzer der Bar wechselte und betreibt das Bojenfeld nicht mehr, weshalb diese auch nicht gewartet und gepflegt sind. Dementsprechend Vorsicht bei stärkerem Wind! Wir haben herrliches Wetter, unser Außenborder ist neu seit Zadar und wir haben viel türkisfarbenes Wasser unter uns, um zu Baden und mit Dinghy und SUP zu fahren. Erster Anlaufpunkt für Rice ist der Strand. Keine Seeigel. Sand. Flaches, warmes Wasser und nicht viele Menschen. Ein Paradies.
Wir bauen Sandburgen und Dämme. Wir spielen Ball im Wasser. Wir Schwimmen und sind glücklich. Wir sehen sogar eine Schlange, die vom Wasser in Richtung Land schlängelt und sich in einem Baum versteckt – ungiftig wie es scheint – dennoch raten wir zur Vorsicht.
Einziges Manko, in der Bar gibt es weder Kaffee noch Eis. Eher für Biertrinker gedacht, aber davon haben wir genug an Bord.
Fazit: ein Muss, wenn man in der Region unterwegs ist. Absolute Empfehlung, aber man sollte früh dort sein, besonders in der Hochsaison.



Tag 9 – Weiter in Richtung Ruhe und Natur – Naturpark Telašćica

Der Blick hinaus am nächsten Morgen ist umwerfend. Wir wollen einfach hierbleiben. Aber leider ist für die Nacht viel Wind und Schwell vorhergesagt, weshalb wir kein Risiko eingehen und unsere Fahrt nach einem langen Vormittag am Strand fortsetzen. Der erste Tag ganz ohne Wind. Wir packen die Segel gar nicht aus, aber genießen die Fahrt entlang der Steilküste von Dugi Otok. Ziel ist die Telascica Bucht. Bevor wir dort einfahren, machen wir eine ausgiebige Badepause auf offenem Meer. Wir lassen uns abwechselnd auf dem SUP und dem Dinghy hinterherziehen, springen ins tiefe, blaue Wasser und haben viel Spaß. In der Bucht angekommen, suchen wir uns ein gut gewartetes Bojenfeld aus, und bestätigen dies mit den Rangern, um nachts gut schlafen zu können. Es ist anders hier, aber wunderschön.
Umgeben von grünen Pinienwäldern und idyllischer Natur hört der Badespaß gar nicht mehr auf. Dann wandern wir die Insel hoch und finden uns oben auf der Steilküste wieder. Ein atemberaubender Ausblick! Nicht zu nah ran gehen und auch hier: Achtung Schlangen. Wir wandern bis zum Binnensalzsee, der still und schweigend vor uns liegt und ein fast mystischen Eindruck hinterlässt. Auch hier könnte man leicht mehr als eine Nacht verbringen ohne Langeweile zu bekommen.
Die Restaurants mit Steganlage sind gut besucht und scheinen sich großer Beliebtheit zu erfreuen. Wir können dazu aber keine Empfehlung aus eigener Erfahrung abgeben.
Fazit: noch schöner als der Nationalpark Kornati, große Empfehlung auch für einen Doppellieger.




Tag 10 – Vom Gewitter gejagt und eingeholt – Murter, Beach Slanica

Nach üblicher Morgenroutine legen wir ab und haben guten Segelwind. Vorhergesagt sind aber 6Bft ab 17 Uhr. Und wir müssen noch durch dieselbe Meeresenge wie an Tag 5. Deshalb motoren wir zunächst, um Strecke zu machen. Leider schläft der Wind ein, nachdem wir sie passiert haben – sehr unglücklich. Wir dümpeln dahin mit 2 bis 3 Knoten Fahrt und mir ist nicht wohl bei dem Blick über die Schulter nach Norden. Es braut sich etwas zusammen und dieses Etwas wird schnell größer. Wir packen ein und geben Gas. Dennoch ist irgendwann klar, dass wir der schwarzen Wand nicht davonfahren können. Ein Crewmitglied ist bereits Seekrank und die Bedingungen verschlechtern sich. Alle Sicherheitsvorkehrungen, wie Rettungswesten und Regenkleidung anziehen, werden getroffen. Und dann holt uns das Gewitter ein. Es Blitz und Kracht fast gleichzeitig und wir sehen die Rauchwolke vom Einschlag, die Sicht ist sehr eingeschränkt aufgrund des starken Regens. Nun müssen wir durch. Ziel: Murter, Slanica Beach, ein drittes Mal Ankern. Unter den Umständen wäre wohl ein Hafen naheliegend, aber als wir Kurs auf Murter nehmen, bessert sich die Sicht bereits. Wir ankern, wie geplant und bereuen es nicht.
Nachdem der Schwell abgeklungen ist, geht es der gesamten Crew wieder gut und wir genießen erneut türkisfarbenes Wasser, Sandstrand und eine herrliche Bucht. Es gibt viele Restaurants, einen Supermarkt und Eiscreme für Rice. Natürlich sind hier mehr Menschen, aber das stört uns nicht.





Tag 11 – Schutz suchen im Hafen Pirovac
Am nächsten Morgen sind wir ratlos, wohin es gehen soll, denn es ist Schlechtwetter vorhergesagt. Natürlich will man da am Liebsten in einem urigen, schönen Hafen sein. Deshalb machen wir einen Fußmarsch von der Bucht aus zur Marina Murter und schauen uns alles an, aber das entspricht nicht unseren Vorstellungen. Wir entscheiden uns, nach Pirovac zu segeln und erst abends einzulaufen. So haben wir viel Zeit zum Baden in dieser Bucht.
Wir sind überrascht von dem schönen Hafen und der wunderschönen kleinen Altstadt Pirovac. Ein Ziel abseits der üblichen Routen, aber sehr zu empfehlen. Wir suchen uns ein gutes Restaurant aus und lassen es uns gut gehen. Auch Rice und ich kommen auf unsere Kosten. Wir gehen Souvenirs und Spielzeug kaufen und haben eine schöne Mama-Sohn-Zeit.





Tag 12 – 6Bft, Regen und Chillen – Doppellieger
Am nächsten Tag bleiben alle unter Deck. Niemand – auch nicht Rice – möchte bei dem Wind und Regen raus. Wir frühstücken erstmals im Salon. Auch eine schöne Erfahrung. UNO und andere Spiele werden ausgepackt, aber dann wird’s eng. Rice und ich ziehen Regenzeugs an und schauen uns die Naturgewalt an und sind froh, sicher im Hafen zu sein. Nachmittags klärt es auf und wir erkunden das Städtchen, die kleine Promenade und kaufen für 2 Euro das größte Eis in der Waffel, welches wir jemals hatten. Wir finden auch Maulbeerbäume – diesmal die, mit schwarzen Früchten, weniger süß, mehr Säure, aber sehr lecker. Projekt Baumklettern und pflücken ist damit gestartet.
Jeder chillt und verbringt den Tag auf seine Weise – auch mal eine Wohltat.
Fazit: Pirovac ist nicht nur gut, um sich vor Schwerwetter zu verkriechen, sondern wirklich einen Besuch wert.




Tag 13 – Segeln zur letzten Bucht auf Kaprije
Am nächsten Morgen ist wieder herrlichstes Wetter und wir haben fast genug von Pirovac. Ein Rieseneis muss nochmal sein. Dann geht’s los und es werden Segel gesetzt in Richtung Kaprije. Der Wind ist stark und kommt auch wenn wir diesmal nach Süden wollen, wieder von vorne. Die Crew hat nochmal viel Spaß beim Am-Wind-Kurs. Wir probieren es zwischen Otok Kakan und Kaprije. Da diese eng zusammenliegenden Inseln aber wie ein Beschleunigungstunnel für den Wind wirken, fahren wir zur Nordwestseite von Kaprije. Zunächst suchen wir uns eine wunderschön gelegene Bucht aus, die fast wie ein Fjord wirkt. Aber wir sind nach dem ersten Ankermanöver nicht ganz zufrieden mit dem Abstand zu den anderen Booten und wollen neu anfahren. Leider bleibt beim Hochholen des Ankers die Kette in der Ankerwinsch stecken und wir müssen wieder zu Werkzeug greifen. Es ist alles gut, da der Anker schon kurz unter der Wasseroberfläche hängt und wir vom Wind in eine Richtung getrieben werden, die nicht gefährlich ist. Dennoch mache ich mir gedanklich einen Plan B. Wir treiben in Richtung der kleinen Insel Otocic Ostrica. Südlich davon befindet sich ein Bojenfeld. Wenn nicht in diesem Moment die Ankerwinsch repariert gewesen wäre, wäre ich auch so ins Bojenfeld gefahren und hätte fest gemacht um erstmal sicher zu sein. Der Anker ist oben und wir entscheiden uns auch so, im Bojenfeld festzumachen. Leider nehmen wir uns eine Boje, die nicht optimal war, da die Benachbarten 4 Bojen von einer einzigen sehr großen Yacht in Anspruch beansprucht waren und uns der Schwojeradius unangenehm dicht zu dieser nicht schwojenden Yacht treibt. Etwas ärgerlich, aber wir suchen uns eine Boje weiter draußen und da ist es letztendlich sehr schön.
Wir genießen den letzten Abend in der Bucht wie üblich mit sehr gutem selbst gekochtem Essen, Wein, Baden, Landspaziergang und ein wenig Traurigkeit, weil es der letzte Abend vor dem Heimathafen ist.
Fazit: Kaprije bietet wunderschöne Buchten, bei viel Wind evtl schwierig genug Schutz zu finden. Da ist dieses Bojenfeld sehr zu empfehlen, auch wenn die benachbarten, fjordähnlichen Buchten etwas attraktiver erscheinen.







Tag 14 – Mit Schmetterling bis vor den Kanal von Šibenic und Einlaufen bei 6 Bft

Nach einem wunderschönen Morgen brechen wir auf und finden uns in sehr guten Segelbedingungen wieder. Kurs auf Šibenic mit Raumwindkurs. Wir kommen gut voran, mit Schmetterling. Aber vor dem Kanal angekommen, haben wir nicht genug. Also machen wir noch einen kleinen Umweg um dann nochmal Am-Wind-Kurs und Krängung genießen zu können. Jeder darf noch einmal ans Steuer, aber als der Wind uns dann die ersten Probleme bei den Manövern macht, packen wir schweren Herzens ein. Es geht durch den wunderschönen Kanal Richtung Šibenic zurück und wir müssen in der Reihe warten, bis wir beim Tanken dran sind. Hinter uns baut sich eine längere Schlange auf. Das Anlegen an dieser Tankstelle ist auch bei viel Wind einfach und es ist immer jemand zur Stelle der Hilft.
Danach müssen wir unseren Steg finden, was sich als schwerer als gedacht herausstellt. Letztendlich fahren wir rückwärts an bei 6bft. Das Boot stabil im Wind zu halten ist eine Kunst, die Bugstrahlruder völlig wirkungslos. Mit ordentlich Geschwindigkeit, denn bei den Böen geht es nicht anders, fahre ich ohne Fremdkörperberührung in die Box ein, die Leinen werden rechtzeitig übergeworfen und der Lauffender ist zum ersten Mal Gold wert, da uns der Seitenwind natürlich sofort auf das Nachbarboot drückt. Wir genehmigen uns den wohlverdienten Anleger, stoßen auf die inzwischen hervorragend eingespielte Crew an und sind alle froh, dass wir unseren Nebenliegern Hafenkino in Form eines geglückten Anlegemanövers bieten konnten.
Wir packen im schnellverfahren, nutzen die schönen sanitären Anlagen und gehen Essen im Hafenrestaurant, da wir noch einiges übrig haben in der Bordkasse. Eine gute Entscheidung.
Der Abend ist schön: Wir tanzen auf dem Steg bei einem wunderschönen Sonnenuntergang und heben das ein oder andere Glas. Wir sind uns einschließlich der Nicht-mehr-Neulinge an Bord alle einig: das wird wiederholt.
Fazit: das nächste Mal möchte ich auch die Šibenic Altstadt besuchen und nicht nur daran vorbei fahren!





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