Abenteuer mit Kind – Bali und Nusa Lembongan individuell erleben

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Backpacking ist mir ins Blut übergegangen – aber nach all den Jahren Pause muss ich zugeben, dass ich Respekt hatte. Mit Kind den langen Flug überstehen, alle Notfallmedikamente dabei haben, in der Hitze den Backpack tragen und Kind betreuen. Mein Freund, der zu der Zeit bereits fast zwei Jahre Teil unseres Lebens geworden ist hatte eine derartige Reise auch noch nie gemacht. Er ist zwar gereist, aber nie mit Backpack, ohne Pauschalreise, einfach so.

Der Kompromiss, der mir die nötige Zuversicht brachte war, im Voraus eine Route zu planen und Unterkünfte zu buchen, damit man diese nicht erst vor Ort suchen muss. Es stellte sich heraus, dass das eine Herkulesaufgabe ist. Sie hat sich aber ausgezahlt. Besser konnte der Urlaub nicht geplant sein.

Bali war neu für mich. Noch nie da gewesen, obwohl ich viel in Südostasien unterwegs war. Damals noch mit dem Roller oder Moped. Deshalb war auch das neu für mich: wie organisiere ich den Transport zwischen den Stationen ohne meinen Zweiwheeler? Es gab zunächst mehr Fragen als Antworten. Einmal da gewesen, haben sie sich in Luft aufgelöst oder eher in pures Glücksgefühl verwandelt.

Im Folgenden werde ich unsere unsere Reiseroute beschreiben. Station für Station. Emotion, Guten und Negatives. Gerade so, wie wir sie empfunden haben.

Wohin auf Bali?
Unsere Reiseroute in 7 Stationen
  1. Sanur – Start, Strand, Restaurants und Bars
  2. Ubud – Kultur, Reisfelder, Dschungel
  3. Amed – Tauchen, Ruhe, Vulkan
  4. Sekar Jaya Kusamba Port – Hafen, Fähre nach Nusa Lembongan, Jungutbatu Beach
  5. Secret Beach Nusa Lembongan – Strand, Leben, Ausflüge und Abenteuer
  6. Bali Belva Nusa Lembongan – Sonnenuntergang, Aussicht, Ruhe
  7. Seminyak – Essen, Nightlife, Abschluss
Wie lange auf Bali oder Nusa Lembongan?

Unsere Empfehlung, wenn ihr Zeit habt, solange wie möglich. Für uns waren es 3 Wochen. Man könnte diese Route aber auch leicht in 2 Wochen machen und dafür die ein oder andere Station verkürzen. Unsere Empfehlungen:

  1. Gönnt euch gerade mit Kind in der ersten Station lieber ein oder zwei Nächte mehr um anzukommen, euch zu akklimatisieren und den Jetlag zu überwinden. Lieber 4 statt 3 Nächte – Sanur hat dafür genug zu bieten.
  2. Ubud hat auch viel zu bieten. 3 Nächte würde ich als genau passend empfehlen.
  3. In Amed verbrachten wir ganze 5 Nächte und es erschien mir noch zu kurz. Wenn ihr auch gerne mal Ruhe habt, und Strand und Schnorcheln mit Kind genießt, dann seid ihr hier richtig – auch für mehr als nur 4 Nächte.
  4. Um der Auflistung treu zu bleiben – in Kusamba nahmen wir nur die Fähre. Wenn ihr etwas Sicherheit braucht und nicht die ganze Strecke früh morgens machen wollt, dann kann man auch hier eine Zwischenübernachtung einlegen.
  5. Nusa Lembongan ist so vielseitig, dass ich jederzeit einen Aufenthalt von 6 bis 7 Nächten empfehlen kann. Es ist wirklich für jeden etwas dabei.
  6. Wir hatten das Bedürfnis diese 7 Tage auf zwei Hotels zu verteilen – einmal nah am Strand, das andere Mal mit Aussicht hoch über den Felsklippen. Ich würde es wieder so machen, aber das ist Geschmacksache.
  7. Seminyak: ein wunderbarer Ort für den Abschluss. Aus meiner Sicht genügen 2 Nächte, aber wenn man es lebendig mag und auch mal feiern möchte hält man es auch gut für 3 Nächte aus, aber bei der vierten hätte sich der Geldbeutel zu laut beschwert, da die Preise wirklich hoch sind.

Ankunft in Bali

Die feuchte Hitze und tropischer Regen schlägt uns entgegen. Die erste übermüdete Reaktion meines Freundes und Rice war: „du hast doch gesagt hier sei es immer schön“. Oh weia. „Ist euch kalt“? war meine Reaktion – und da realisierten sie es. Die Gesichtsausdrücke waren herrlich zwischen all den Taxifahrern, die uns überrannten und uns eine Fahrt anbieten wollten. Wir hatten bereits einen Fahrer, der auf uns wartete – das nimmt vor allem mit Kind viel Spannung raus. Man muss nicht mehr verhandeln oder auf ein Taxi warten, welches zum lokalen Tarif fährt.

Sanur

Ein wunderschönes Hotel in Sanur. Mir großem Pool und gutem Service.
Bester Start für eine Balirundreise – Sanur – Tamukami Hotel

Wir fuhren bereits spät abends noch ca. 45 min bis nach Sanur. Unser erstes Paradies. Wobei – als wir spät abends im Dunkeln ankamen, war die Beleuchtung im Hotel nur noch spärlich. Jemand schlappte schlaftrunkend zur dunklen, nicht gut erkennbaren Rezeption, die nur überdacht war und fragte im typisch indonesisch englisch was wir denn bräuchten. Dann wurde Licht angemacht und wir herzlich willkommen geheißen – inklusive frischem Fruchtsaft. Auch wenn wir in dem Moment aufgrund der Wartezeit darauf hätten verzichten können. Man kommt halt als zeitlich getakteter Europäer an, hat viele Stunden Flugzeit hinter sich und will nur noch ins Zimmer. Vor allem das Kind.

Aber es ist ein gutes Training gleich am Anfang mit den Schultern zu zucken und sich stattdessen umzuschauen und die Zeit schon etwas stehen bleiben zu lassen.

Das Tamukami Hotel war ein absolutes Paradies. Schöner kann man es kaum treffen. Wir bekamen auch noch Bier vom Nachtwächter – auf Vertrauensbasis, dass wir es schon in der Endabrechnung erwähnen würden.

Moskitonetz für mein Sohn aufgepoppt, lag er schon drin und schlief selig. Selig waren wir am nächsten Morgen – Palmen vor der Nase, die Hitze des Tages schon riechend, direkt auf den Balkon mit Blick auf türkisfarbenen Pool, Orchideen an den Palmenstämmen und Hirschfarne and anderen Bäumen. Ein leuchtendes duftendes Paradies aus Frangipani Blumen und Granatapfelbäumen, zusammen mit dem regelmäßigen Geräusch des Fegens der Mitarbeiter, die schon früh alles sauber machen.

Low budget Einkaufsmöglichkeiten - Obst, Getränke, Bier und andere in Shops und am Markt von Sanur, Bali kaufen.
Einkaufen Markt Sanur

Die Erkundungsphase in Sanur trieb uns zunächst die Straße entlang. Auf der Suche nach kleinen Stores, wo wir Knabberzeugs für Zwischendurch kauften, Wasser und Bintang. Wir liefen weiter bis zum Marktgelände, wo leider schon alles geschlossen war, wir aber einen Shop mit den schönsten exotischen Früchten vorfanden. Da wurde direkt unbekanntes probiert und natürlich Mangos, Minibananen, Papaya und weitere exotische Früchte gekauft. Über Opfergaben hinweg, die Eingänge und Straßenkreuzungen bedeckten fanden wir zur Mittagshitze zurück, aßen im nahegelegenen Restaurant eine Kleinigkeit und machten Siesta.

Strand mit Liegen, Sonnenschirment, Restaurants und Streetfood direkt in Sanur. #schönste Strände Bali
Wunderschöner Strand in Sanur – mit abwechslungsreichem Angebot an Restaurants, Bars und Streetfood.

Nachmittags ging es dann zum Strand. Herrlich. Straßenverkäufer mit Maiskolben und anderen Köstlichkeiten wurden direkt von Rice ausprobiert. Da merkte ich zum ersten Mal den Unterschied der Voreingenommenheit zwischen Erwachsenen und Kindern. Mein Freund schaute skeptisch auf das Streetfood, während Rice sofort wusste was er wollte und herzhaft zulangte.

Es war eine Herausforderung Liegen zu finden, für die nicht eine überteuerte Gebühr verlangt wurde, was mich ärgerlich stimmte, denn das kannte ich von Südostasien noch nicht. Wir fanden unser Platz aber und ließen uns nicht auf große Ausgaben ein. Ein Tuch im Sand reicht auch.

Das was wir da gespart hatten, ging abends dann für Cocktails und Essen drauf, da wir uns mit Jetlag und Kind einfach im erstbesten Restaurant direkt am Strand ein Abendessen gönnten. Das Beste war es jedoch nicht und die Cocktails können auch kaum als solche bezeichnet werden.

Luxus, Exotik und low budget - hält hydriert und ist günstig - Kokosnuss trinken am Straßenrand oder Pool.
Kokosnuss und Chillen im Paradies von Sanur

Die zwei Tage danach ließen wir es uns gut gehen und kamen richtig an. Poolzeit. Strandzeit. Hervorragendes Abendessen und Cocktails in einer Reggea Bar an der Hauptstraße – immer gut besucht. Live Musik brachten alle restlichen Zellen, die noch mit Jetlag zu kämpfen hatten in Schwung.

Kokosnüsse, Säfte, Bintang und entspannt am Pool ein Nickerchen machen. Während einer von uns natürlich immer sportlich mit Kind im Wasser war.

Und dann war die Zeit weg – wir organisierten uns bereits den Transport im eigenen Auto mit Fahrer zur nächsten Station: Ubud.

Die Reise dorthin war abwechslungsreich und mit vielen Eindrücken belegt. Der Fahrer fragte uns was wir alles sehen wollten – das ist ohne Aufpreis möglich. Er brachte uns zu einer Kaffeerösterei, wo wir diverse Kaffees verkosteten. Wir konnten Zeugen der Röstungen über Feuer und der Tiere werden, die die Kaffeebohnen durch fressen und ausscheiden ‚veredeln‘. Naja, die Erwartung etwas zu Kaufen ist natürlich da. Also kaufte mein Freund ein paar Souvenirs für Eltern und Freunde. Als die Fahrt weiterging, wurden wir hungrig und fragten, ob der Fahrer an einem Warung anhalten könne. Er versicherte sich, dass ein Warung gut genug sei oder ob es ein Restauran sein müsse. Nein – wir sind Backpacker. Wir wollen möglichst lokal essen und ein Warung. Dass wir dann in einem solchen Paradies enden würden war sogar dem Fahrer eine Überraschung. Koiteiche, kleine Bambushütten mit Tisch. Eine für jede Gruppe. Rice sprang über die Steine im Koiteich und war selig. Wie auch wir mit unserem Bintang und hervorragendem Essen. Auch wenn es dauerte. Zeit spielt keine Rolle.

Warung oder Restaurant auf dem Weg nach Ubud. Natur, Koiteiche, bambushütten und gutes Essen.

Ubud

Urwaldhotel in der Nähe von Ubud. mit Infinitypool und viel Natur. 3Nächte Ubud.
Infinitypool im Urwald – Song Broek Bali Hotel
Bali - Reisterrassen, Wasserfall, im Flusslauf baden  - Abenteuer mit Tourismus.
Im Flusslauf des Wasserfalls Ulu Petanu baden – Abenteuer trotz vieler Touristen.

Der Vorteil an diesem Hotel war die Nähe zu den Ausflugsmöglichkeiten: Am ersten Tag besuchten wir die Reisterrassen von Tegalalang und machten eine lange Wanderung, die wir mit einem Mittagessen bei grandiosem Blick beendeten. Danach ließen wir uns zu einem nahegelegenen Ulu Petanu Waterfall fahren, in dessen Flusslauf wir badeten. Ein richtiges Abenteuer – vor allem für Rice.

Am nächsten Tag buchten wir einen Transport nach Ubud Zentrum und genossen die Atmosphäre der Stadt mit gutem Essen und Getränken. Mit seinem Milkshake gestärkt, war mein Sohn kaum zu halten als es in den Monkey Forest ging. Ein tolles Erlebnis. Ich selbst hätte gerne mehr Zeit in den kleine Shops und Läden von Ubud verbracht, aber mit Kind und bei der Hitze war es dann schnell genug. Ein tolles Abendessen beim Inder beendete den Tag. Nicht ganz – das war der Abend, an dem mein Freund und ich uns unsere mitgebrachte Weinflasche aus der Pfalz öffneten. Soviel Platz im Backpack muss sein.

Night Market, lokales Streetfood. Baksu - typisch balinesische Suppe mit Fleischbällchen, spanferkel, lokale Delikatessen in Bali - Ubud.
Streetfood Night Market Payangan in der Nähe von Ubud. Baksu, Spanferken und viele andere lokalen Delikatessen.

Amed

Es war eine lange, aber schöne Fahrt. Entlang von unendlichen, verlassenen Stränden mit tiefschwarzem Sand, azurblauem Meer und einer türkisweißen Gischt aus nicht enden wollenden Wellen. Mittagspause an einem kleinen Warung direkt am vulkanschwarzen Sandstrand mit herrlicher Aussicht.

Ostküste Bali – einsamer schwarzer Vulkanstrand auf dem Weg nach Amed.

Angekommen heißt, auskundschaften. Als erstes über die kleine hoteleigene Meersalzproduktion an den Strand, wo es eine handvoll kleiner Warungs und Hotelrestaurants gab, die keine Wünsche offen ließen. Im Meer planschen, Sandburgen bauen, im Pool unter Frangipanibäumen Ball spielen und die Sonne genießen war Hauptprogramm in den nächsten Tagen.

Palmen und Frangipaniblüten über dem Pool mit Blick auf das Meer von Amed, Bali.

Alles entspannt, entschleunigt und der Hitze des Tagesverlaufes angepasst. Mittags meist ein Schläfchen auf dem Terrassenbett der Veranda. Herrlich. Eine super Erfahrung war es, die Salzproduktion zu beobachten und dann auch mal mitzumachen. Bewunderung auslösend für diejenigen, die diese schwere, kräftezehrende Tätigkeit 7 Tage die Woche ausüben. Wir kauften viel von dem Salz und gehen sparsam damit um, denn man weiß wie schwer es erwirtschaftet wurde. Und es hat tatsächlich einen super Geschmack.

Meersalzherstellung – produziert mit viel Kraft und Ausdauer. Ein must-do im Norden Balis.

Das allabendliche Highlight war der Sonnenuntergang genau hinter dem Ayung Agung. Eine magische Atmosphäre verbreitete sich gleichermaßen unter Touristen und Einheimischen. Man setzte sich auf den schwarzen Sand am Strand um das Spektakel andächtig beobachten zu können. Wie die Sonne genau im Krater verschwindet und die abendliche Himmelsröte danach den beschwörenden Eindruck hinterlässt, dass dieser Vulkan lebt und jederzeit Feuer spucken könnte. Wunderschön!

Sonnenuntergang am Strand, Vulkan Agung, Berg Agung, Sonnenuntergang vor Vulkan
Sonnenuntergang am Strand – Sonnenuntergang am Vulkan Agung in Amed, Bali.

Dann galt unter den wenigen anwesenden Touristen ausgelassene Stimmung – Zeit zu essen, zu trinken und zu feiern. Kinder rannten und spielten am Strand um die Tische und Stühle herum. Lokale Kinder wie die der Touristen. Ein schönes Bild, wie schnell sich Kinder unterschiedlichster Herkunft – ohne eine gemeinsame Sprache sprechen zu können – verständigen.

Es war fast traurig als der Tag der Weiterreise kam. Denn hier hätten wir für immer bleiben können ohne zu merken wie die Zeit vergeht. Dennoch warteten neue Abenteuer auf uns.

Sekar Jaya Kusamba Port – Fähranleger nach Nusa Lembongan.

Dann war unsere Fähre da und wir in 20 min auf Nusa Lembongan.

Nusa Lembongan – Secret Beach

Mushroom Beach, Nusa Lembongan, Bali. Schönste Strände Bali
Mushroom Beach, Nusa Lembongan, Bali.

Dort angekommen, herrscht erst einmal Chaos. Zunächst müssen alle Passagiere nacheinander auf ein Anlegerboot umsteigen, da unsere Fähre nur abseits vom Strand ankern konnte. Gewagte Manöver. Abspringen vom Anlegerboot, nassgespült von den Wellen. Sand unter den Füßen. Die Flip Flops und Kind im Arm. Umschauen. Klares erstes Urteil: noch ein Paradies. Aber Achtung vor den Festmacherleinen!

Warten auf das Gepäck und dann die Suche nach einem der offenen Transportwägen, die uns zu unserem Hotel brachten – natürlich nach einigem Feilschen. Mein Freund und mein Sohn feierten diese Fahrt ohne Anschnallgurt – mit Wind im Haar so sehr, dass ich gleichzeitig lachen musste und die ein oder andere Freudenträne verdrückte.

Aber insgesamt merkte man im ‚Lotus Garden Huts‘ die fehlende Seele. Eine reine Männercrew, die uns das Zustellbett nicht eingerichtet hatte. Aus meinem Bauchgefühl heraus wusste ich, dass schnelle Abhilfe nur durch ein üppiges Trinkgeld im Voraus geschaffen würde. So war es. Die daraufhin entgegengebrachte Aufmerksamkeit und Freundlichkeit hielt aber nur begrenzt. Wie es halt ist, wenn jemand nicht dafür lebt. Lieber ist es uns umgekehrt, und wir überraschen am Ende mit Trinkgeld.

Secret Beach Nusa Lembongan, Bali. Einsamer Strand, Paradiesstrand, Top Strände
Secret Beach, Nusa Lembongan, Bali. Unter den Top Favoriten Stränden.

Auch hier hatten wir eine gute Zeit. Ein Riesengecko wohnte in unserem Dach und überraschte uns jeden Abend mit seinem Geschrei. Als mein Sohn spätabends davon aufwachte war er besorgt, morgens als er den Gecko sah begeistert. Wie von dem Hahn, der mit letzter Kraft in seinem Käfig in der Sonne ein stimmbruchhaftes Krähen von sich stieß. Traurig, aber trotzdem lachen wir bis heute darüber.

Wir erkundeten den Secret Beach – Achtung vor der Brandung in bestimmten Jahreszeiten – den Mushroom Beach und alles was so in fußläufiger Reichweite war. Der Weg zum Secret Beach gehört zur Abenteuerkategorie. Aber dann einen Strand für sich allein zu haben ist es wert!

Wir fanden deutsche Reisekumpanen, die Kinder freundeten sich an. Also verbrachten wir viel Zeit miteinander. Glücklich, dass die Kinder sich mal selbst beschäftigten.

Blow-hole, Devil's Tears, Water-Blow, Nusa Lembongan, Naturgewalt.
Water blow Devil’s Tears, Blowhole Nusa Lembongan, Bali.
Roller fahren auf Nusa Lembongan, Bali, Roller zu dritt, Roller mit Kind
Dream Beach Nusa Lembongan, Bali.

Ja, wir ließen es uns gut gehen. Wir aßen in Warungs gutes, günstiges Essen und kauften unser Bier im Supermarkt. Wir waren ja jetzt mobil. Manchmal einfach so die Straße entlangfahren. Mit Wind im Gesicht. Ein Gefühl wie früher. Frei.

Mangrovenwälder, Nusa Lembongan, Bali, Bootstour,
Mangrove Point, Mangrovenwald Nusa Lembongan, Bali.

Es kam der Tag, an dem wir auf Nusa Lembongan in ein anderes Hotel umzogen – spontane Entscheidung. Eine der Besten.

Nusa Lembongan – über den Klippen

Holprige Straßen auf Nusa Lembongan.
Unbefestigter Weg im Westen von Nusa Lembongan, Bali. Auf dem Weg zum Bali Belva Hotel.

Die Einfahrt hinein und da war es wieder: das Gefühl so sehr willkommen zu sein. Die Seele, die Liebe zum Detail, die Herzlichkeit. Der Gastgeber macht den Unterschied!!! Und dann diese Aussicht. All die Bonsais. Wieviel Geduld und Arbeit darin steckt, merkt man in selbem Maße wie Gäste behandelt werden. Ein pikobello Zimmer. Außenbad. Alles sauber. Moskitonetz, Bett und Zimmer wird morgens hergerichtet. Wenn man abends wieder kommt, ist das Moskitonetz und das Bett für die Nacht vorbereitet. So etwas ist einzigartig.

Infinitypool, aussicht, Blick auf das Meer, Relax
Infinitypool mit Blick auf das Meer, hoch über den Klippen von Nusa Lembongan, Bali.

Wir verbrachten viel Zeit im Pool. Fast meditativ über dem Infinity Rand hängend und aufs weite Meer hinausschauend. Und auf dem Roller. Jeden Abend ein neues Restaurant – schick sogar. Gut besucht. Wir dachten, wir machen nichts falsch, aber leider bestätigt sich mal wieder: lieber lokal, Night Market mit zweifelhaften Hygienestandards, lieber Warung als schickes Restaurant. Denn nach jedem einzelnen hat es mindestens einen von uns magen-darm-technisch erwischt. Wir waren gut aufgestellt mit Reisemedikamenten, also hat es keinen Abbruch getan.

Wunderschöner Strand auf Nusa Lembongan. Mushroom Beach. und Fährterminal. Fähre Nusa Lembongan.
Mushroom Beach, Nusa Lembongan, Bali. Fährterminal.

Wir wollten es nicht wahrhaben, aber die Zeit ging zu Ende. Wir mussten wieder zurück auf das Gefühlte Festland Bali. Mit richtigem Auto – als Ehre unserer Gastgeber gedacht – zur Enttäuschung meines Sohnes und auch unserer zugegebenermaßen, ging es zum Fährterminal am Mushroombeach. Um dieselbe Prozedur retour nach Sanur zu machen.

Aber wer denkt, damit wären unsere Stationen voll, täuscht sich. Diesmal war das neue Ziel Seminyak.

Seminyak

Nach den wechselnden Hotelgefühlen, war uns mulmig, als wir die schmale nur fußläufig begehbare, zwischen großen Hotelmauern und vermüllte Zugangsgasse entlangliefen, während goolge Maps mir immer noch weißmachte, dass dies der richtige Weg sei. Goolge Maps hatte recht. Irgendwann standen wir vor einem Tor, nur eine seitliche Tür geöffnet, unscheinbar darüber vermerkt: My Secret Home. Der Name ist hier wohl Programm. Und wie wir beim Eintreten und die restliche Zeit feststellten, war es so. Wir haben noch nie ein solches ZuHause-Gefühl in einer Unterkunft empfunden. Eine solch herzliche und ehrlich gemeinte Willkommensatmosphäre trotz ständig wechselnder ‚Hotelfamilie‘ sozusagen.

Secret Home, ruhige Oase, Seminyak, Bali, Paradies im Paradies.
Exotische Früchte zum Verzehr, Poolbar im paradisischen Garten – Relaxtime, Seminyak, Bali.

Ein überwältigender Garten begrüßte uns – das ist immer ein Zeichen von Liebe, Hingabe und Gemütlichkeit. Ein noch schöneres Zimmer, Maisonettstyle erwartete uns. Jede Ecke, jedes Detail, sogar der Fußboden im Bad war etwas Besonderes. Ein Hammock quer über das Erdgeschoss. Highlight für Rice. Er hatte sein eigenes großes Bett – unten. Wir oben. Was für ein Luxus. Wir waren ziemlich sprachlos, als wir dann den Koiteich mit Schildkröte sahen, die Rice dann aus der Hand füttern durfte, als wir den in den Garten eingebetteten Pool voller pinker Blüten bemerkten und als uns die Küche zur freien Mitbenutzung zur Verfügung gestellt wurde. Die Früchte seien keine Deko, sondern wir können nehmen was wir möchten. Früchte wie Maracujas, Ananas und Drachenfrucht.

Ein Paradies im Paradies.

Ich glaube die Hausdame merkte, dass wir von dem Konzept überwältigt waren. Wir trauten uns nicht so recht, obwohl wir hungrig waren. Also machte sie uns jeweils eine hervorragende Bali Bowl, ein Avocado Toast mit Ei und einen Kaffee.

Balibowl und Kaffe, Seminyak, Bali.

Der Besitzer kam schon bald persönlich zu uns, als wir auf der Veranda relaxten. Er erklärte uns, dass wir am Strand bei einem Hotelpartner kostenfreie Stühle und Surfboards ausleihen können, ebenso wie Sandspielzeug. Die Bedingung sei ein kleiner Konsum an Getränken.

Wir machten uns auf und fanden eine Unendlichkeit an Strand vor, die wir nicht erwartet hatten. Gleichzeitig mussten wir uns an die vielen Menschen, den Trubel und die laute, aber stimmungsvolle Musik gewöhnen. Es war schön. Wir nutzten das Angebot des Hotels am Strand, welches bei den Preisen in Seminyak unschlagbar gut ist. Einmal bekamen wir ein vollwertiges Picknick im großen Korb mitgeschickt – neben dem Haushund Susi, der uns immer und überall begleitete und vor anderen Hunden beschützte.

Sonnenuntergang am Strand von Bali. Top Strand. Restaurants und nightlife.
Sonnenuntergang am unendlichen Strand von Seminyak, Bali.
Wein und Stimmung bei Sonnenuntergang am Strand von Seminyak, Bali. Nighlife.

Wir verbrachten Zeit damit, surfen zu üben. Am Strand entlangzurennen, die Füße vom Wasser überspülen zu lassen. Oder den ganzen Körper. Abends gönnten wir uns Wein und Pizza oder was sonst so angeboten wurde. Und wir tanzten – ausgelassen.

Denn dann ging es ja schon wieder zurück. Viele bittere Tränen meines Sohnes mussten deswegen getrocknet werden. Aber die Erinnerungen bleiben. Auch bei ihm. Ich bin selbst heute manchmal erstaunt, an welche Details er sich erinnert.

In der Hoffnung, dass die Generation meines Sohnes und deren Nachkommen dieselben paradiesischen Strände vorfinden können. Mit der Nachricht, dass Vorurteile Scheuklappen sind und im schlimmsten Fall internationale Konflikte auslösen können. Schaut euch selbst um, und nehmt das Gute mit.

Eure am liebsten weltenbummelnde Nadine mit Anhang

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